Laichinger Auf Bruch

 

 

Unsere Broschüre: LAB Flyer von 2019

LAB-Wahlprogramm 2019

Inhaltsverzeichnis

Die LAB-Fraktion im Laichinger Gemeinderat hat mit ihren 7 Fraktionsmitgliedern eine ausgewogene und für Laichingen erfolgreiche Kommunalpolitik gemacht. Allein mit der Umsetzung unserer Anträge (Stärkung der Familien, sog. Windelzuschuss, Stärkung des Tourismus, Beginn freier Jugendarbeit, etc) konnten wir an der Umsetzung eines sozialen Leitbildes für unsere Stadt weitere Mosaiksteine hinzufügen.

Neben dem Wettbewerb um die Ansiedlung von Gewerbebetrieben und den Erhalt bzw. der Schaffung von Arbeitsplätzen wird und muss sich unsere Aufmerksamkeit auf ein Thema richten, welches unsere Region in den nächsten Jahren sicher immer mehr beschäftigen wird. So geht es seit geraumer Zeit um den Wettbewerb um Einwohner, um Familien und Kinder.

Die LAB-Fraktion hat sich deshalb zum Ziel gesetzt für die Stadt Laichingen ein "Qualitätssiegel" Soziale Stadt zu schaffen, welche die Faktoren


- Familie


- Bildung


- Wirtschaft und Arbeitsplätze


- Einkaufen


- Kultur und Sport


besonders berücksichtigt und in den Mittelpunkt stellt.


1. Allgemeine Situation

Nun sind wir natürlich nicht in der Lage alle Wünsche und Vorstellungen unserer Bürger oder der potentiellen Bürger zu erfüllen. Galten früher die kommunalpolitischen Schwerpunkte einer Stadtverwaltung und des Gemeinderates der Schaffung einer funktionierenden Wirtschaftsstruktur vor Ort, so gilt zwischenzeitlich ein neuer Dreiklang:


- Familienfreundlichkeit als Standortfaktor


- Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft (weiche Standortfaktoren)


- Attraktive Zuzugsvoraussetzungen (Hohe Integrationsbereitschaft)


- Nachhaltige Sozialstrukturen (Kultur, Sport, medizinische Versorgung etc.)


Was sind aber die Voraussetzungen für diese neue Attraktivität unserer Kommunen?

Hier kommt der demographischen Entwicklung in unserer Stadt und in unserem Land eine zentrale Bedeutung zu. Dabei handelt es sich nicht um ein plötzlich aufgetretenes Phänomen, sondern um die offensive Bewältigung einer seit langem bekannten gesellschaftlichen Entwicklung.


2. Photovoltaikfeld/Energiewende

Anlässlich der Diskussion am 18.03.2019 über die geplante Photovoltaikanlage im Gewann Reute in Laichingen wurde schnell deutlich, dass die Gemeinderatsmitglieder noch einen erheblichen Klärungsbedarf über diese Freiflächenanlage hatten. Das Thema Flächenverbrauch auf der Laichinger Alb in den letzten Monaten und Jahren war nicht nur innerhalb der LAB-Fraktion ein ernstes Thema, sondern auch bei den übrigen im Laichinger Gemeinderat vertretenen Fraktionen. Der enorme Flächenverbrauch auf der Laichinger Alb im Zuge des Baues der ICE-Trasse und der Erweiterung der Autobahn A 8, sowie der weitere Flächenverbrauch für den Bahnhof Merklingen und für das noch auszuweisende interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet macht es dringend notwendig, dass eine "Zwischenbilanz" gezogen wird und intensiv darüber nachgedacht werden muss, für welche kommunalpolitischen Ziele und Notwendigkeiten in den nächsten Jahren weitere Flächen benötigt werden. Vor diesem Hintergrund wurde das Vorhaben nicht abgelehnt, sondern zunächst lediglich "verschoben".

Für die Mitglieder der LAB-Fraktion sollten in erster Linie die noch vorhandenen Dachflächen sowohl der privaten Hausbesitzer als auch der Stadt Laichingen und der gewerblichen Gebäudeeigentümer auf ihre Geeignetheit als Photovoltaikflächen untersucht und genutzt werden bevor wertvolles landwirtschaftlich genutztes Ackerland "versiegelt" wird.

Des Weiteren haben die beiden vom Flächenverbrauch hauptsächlich betroffenen Gemeinden (Nellingen und Merklingen) im Hinblick auf das potentielle "Interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet" angekündigt, dass sie für die hierfür benötigte Fläche auch in anderen Gemeinden sog. "Ausgleichsflächen" benötigten. Weitere landwirtschaftliche Fläche wird in Laichingen auch für die Ausweisung weiterer Wohnbaugebiete benötigt.

Zwar ist die von den Investoren gewählte landwirtschaftliche Fläche mit 12 ha im Flächennutzungsplan als Solarfeld ausgewiesen. Die im Flächennutzungsplan enthaltenen Festsetzungen sind jedoch rein planerische Vorgabe, die bei entsprechender Umsetzung ihre rechtliche Wirkung entfalten. Eine zwingende Umsetzung eines Flächennutzungsplanes oder gar einen Anspruch aus dem Flächennutzungsplan auf Umsetzung eines Solarfeldes gibt es nicht.

Auch steht für die Mitglieder der LAB-Fraktion fest, dass die Balance zwischen den einzelnen alternativen Energiequellen (Solar - Windenergie - Biogas) in einem stimmigen Verhältnis stehen sollten. Seit der Aufstellung des Flächennutzungsplanes im Jahr 2012 haben sich in den vergangenen 7 Jahren erhebliche Veränderungen auf der Laichinger Alb ergeben, die in die jeweiligen Entscheidungen mit einbezogen werden müssen. Neben der - wie oben bereits dargestellt - total veränderten landwirtschaftlichen Flächensituation im Bereich Merklingen haben zwischenzeitlich auch eine Vielzahl von Windkraftanlagen ihren Betrieb aufgenommen (Berghülen 5, Bermaringen 10, Westerheim 4, Wiesensteig 6) und weitere werden kommen. Dasselbe gilt für den Ausbau der Biogasanlagen.

Die Mitglieder der LAB-Fraktion sind einhellig der Meinung, dass die Energiewende notwendig und bereits eingeläutet ist. Dennoch werden wir in den nächsten Jahrzehnten auch auf fossile Energieträger nicht verzichten können. Ob dies auch für die Kohle gilt vermag weder ich noch die LAB-Fraktionsmitglieder heute vorauszusagen. Dennoch führt kein Weg an der Ausweitung der alternativen Energieerzeugung vorbei. Sowohl bei der Planung für die Windkraftanlagen als auch der Biogasversorgung hat neben der Prüfung der Vorteile auch die Prüfung der bereits feststehenden negativen Auswirkungen zu erfolgen. Neben der "Zerspargelung" der Landschaft sind bei den Windkraftanlagen auch die Gefährdung der Vögel und Fledermäuse, die Geräuschemissionen und der Schlagschatten als nachteilig festgestellt worden. Bei den Biogasanlagen wirkt sich die "eintönige" Flächennutzung (Maiskulturen) negativ auf die Böden aus. Die Abkehr von der sog. "Dreifelderwirtschaft" sorgt für künftig schlechtere Bodenverhältnisse.

Der Vorteil von Windkraftanlagen und Biogaseinrichtungen gegenüber den Photovoltaikanlagen liegt insbesondere noch darin, dass die Windkraft- und Biogasanlagen an 365 Tagen 24 Std. Energie produzieren können. Demgegenüber können Photovoltaikanlagen nur bei entsprechender "Helligkeit" Energie produzieren und sind nachts, bei bedecktem Himmel und unter Schnee nicht in der Lage "produktiv" zu sein. Daher muss abgewogen sein, ob 12 ha gute landwirtschaftliche Fläche mit einer Solaranlage "versiegelt" werden soll oder nicht.

Nach der Ablehnung durch den Gemeinderat Laichingen hat sich zwischenzeitlich bereits eine Bürgerinitiative gegründet und durch eine entsprechende Unterschriftensammlung ein Bürgerbegehren mit dem Ziel initiiert einen Bürgerentscheid herbeizuführen, um die Photovoltaik-Freiflächenanlage im Gewann Reute zu genehmigen.

3. Da ist einmal das Thema Bildung - Erziehung - Betreuung

Die Stadt Laichingen hat in den vergangenen Jahren einmal mehr Millionenbeträge ausgegeben, um die Attraktivität Laichingens als Bildungsstandort nicht nur zu erhalten sondern bewusst zu steigern und zu verbessern. Die Mitglieder der LAB-Fraktion bekennen sich zur "Bildungsstadt" Laichingen und unterstützen alle Bestrebungen zum Ausbau und zum Erhalt dieser Position. In diesen Zusammenhang gehört auch die Klärung der Frage, wie wir auf der Laichinger Alb die "Gemeinschaftsschule" aufstellen. Für die Mitglieder der LAB-Fraktion steht dabei ausser Frage, dass die Klärung dieser Problematik mit einem "Schulkonzept" einhergehen muss. Wenn wir die finanzielle Beteiligung der umliegenden Kommunen am Bildungsstandort Laichingen einfordern, dann muss auch ein gegenseitiger Konsens mit den betreffenden Gemeinden angestrebt werden. Ein erster Entwurf eines von der Stadt Laichingen in Auftrag gegebenes "Bau- und Raumkonzept" liegt zwischenzeitlich vor und wurde den Kommunen der Laichinger Alb vorgelegt. Diese haben auch schon reagiert und weitere Informationen und genauere "Informationen" angefordert. (siehe gesonderte Aufstellung eines regionalen Schulkonzeptes vom 25.09.2017).

Zu unserer kommunalpolitischen Maxime gehört daher neben der Bestandsgarantie für die Anne-Frank-Realschule auch die Erwartung, dass die Förderschule (Martin-Schule) und die kaufmännische Berufsschule auf dem Bleichberg (in beiden Fällen ist der Alb-Donau-Kreis der Träger) in Laichingen erhalten bleiben.

Hierher gehören auch unsere Überlegungen zum Thema Mensa. Wir halten die Schaffung einer zentralen Mensa für äusserst wichtig.

Die Zusammenführung der beiden "Mittagstisch-Standorte" (Jahnhalle und Gymnasiums) an einen zentralen Ort ist wichtig und richtig.

In diesem Zusammenhang gilt es natürlich zu prüfen, ob die umliegenden Gemeinden ebenfalls ihren "Obulus" zur Umsetzung dieses Konzeptes beitragen. Wenn die entsprechenden Zuschüsse gewährt werden und die Umlandgemeinden sich an diesem Projekt beteiligen, erhöht sich die Attraktivität unseres zentralen Schulstandortes weiter.

Seit 01. August 2013 haben alle Kinder, die über 1 Jahr alt sind einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte. Dies führt auch in Laichingen zu Engpässen und zu der Überlegung, wie wir diesen Rechtsanspruch den Eltern dieser Kinder gewährleisten können. Wir müssen daher neben den bereits vorhandenen Plätzen noch eine Vielzahl weiterer Kita-Plätze schaffen. Mit dem Bau der Kindertagesstätte "Bleichberg" wurden zwar weitere Kita-Plätze geschaffen. Aufgrund der sich zwischenzeitlich geänderten Entwicklung auf der Laichinger Alb reicht dies jedoch bei weitem nicht aus. Nicht nur, dass wir aktuell in Machtolsheim eine Lösung finden müssen. So wird uns der Zuwachs der Laichinger Bevölkerung vor weitere Herausforderungen stellen. Nicht nur, dass wir auch für den Kindergarten "Regenbogen" in der Kernstadt eine Lösung finden müssen, so wird uns auch die Kindergarten-Situation in den Teilorten weiter beschäftigen.

Des Weiteren hat der Gemeinderat der Stadt Laichingen bereits bei der GR-Sitzung im Dez. 2013 beschlossen durch "Bezuschussung" auch die Stellung der Tagesmütter und Tagesväter zu stärken. Der Einsatz der Tagesmütter und Tagesväter dient sowohl dem Allgemeinwohl als auch der individuellen Gestaltungsmöglichkeit für Familien in denen beide Elternteile berufstätig sind.

Im Übrigen wäre im Rahmen der "Interkommunalen Zusammenarbeit" der Gemeinden der Laichinger Alb evtl. auch darüber nachzudenken, ob nicht in den jeweiligen Gemeinden vorhandene Kapazitäten auch von den anderen Gemeinden genutzt werden könnten. Warum sollte es nicht möglich sein, dass Kita-Plätze in Westerheim oder Heroldstatt nicht auch von Laichinger Kinder genutzt werden könnten!?

4. Öffentlicher Personennahverkehr

Die Verkehrsanbindung von Laichingen an Blaubeuren und Ulm oder Ehingen ist zwischenzeitlich gut aber bei weitem noch nicht optimal.

Mit der Umsetzung des Stadtbus-Konzeptes innerhalb des Mittelzentrums Blaubeuren/Laichingen wurde einem lang gehegten Wunsch der LAB-Fraktion Rechnung getragen. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass das Konzept 15 + 15 sowie die Einführung der Stadtbus-Linie zwei Riesenschritte in die richtige Richtung sind.

Mit dem Bahnhof Merklingen sind wir natürlich jetzt richtig gut aufgestellt.

Hier gilt es weitere Überlegungen zur Verbesserung einer "interkommunalen Infrastruktur" anzustellen und ggfls. auch umzusetzen.

5. Unternehmens- und Gewerbestandort

Als Unternehmens-Standort zwischen Ulm, München und Stuttgart bietet die Laichinger Alb die besten Vorraussetzungen für überregional tätige Unternehmen.

Die Unternehmen treffen in Laichingen auf ein Umfeld, das im Grunde alles bietet, was eine intakte Infrastruktur aufweisen kann. So verfügt Laichingen über hervorragende Bildungseinrichtungen (sämtliche Schularten), einen ausgewogenen Einzelhandel, ausreichende Auswahl an (Lebensmittel- und Drogerie-) Filialisten, und ein Zentrum für Medizin, Pflege und Soziales, einen mobilen Pflegeservice vor Ort sowie Freizeitangebote und touristische Einrichtungen. 

Um die Attraktivität des Standortes Laichingen aufrecht zu erhalten und stets im Gespräch zu bleiben kommt es darauf an, dass auch ausreichende Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund ist es unabdingbar, dass der sog. "Dreispitz" (östlicher Ortsrand Laichingen) für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben erschlossen wird. Dies gilt umso mehr, da zwischenzeitlich im "Interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet Laichinger Alb" sämtliche Gewerbeflächen veräussert sind.

6. Wohnungsbau -Bauplätze

Die Bauplatzsituation in der Kernstadt ist alarmierend. Zwar sind in den Teilorten noch ausreichend Bauplätze für Bauwillige vorhanden, jedoch müssen wir in der Kernstadt dringend ein neues Baugebiet ausweisen.

Wir wollen, dass Laichingen moderat weiter wächst und jede(r) Bauwillige auch die Möglichkeit zum Bau eines Eigenheimes hat.

Dies setzt jedoch voraus, dass die Stadt in der Lage ist, baureife Grundstücke anzubieten. Selbstverständlich ist für uns, dass bei der Ausweisung neuer Baugebiete gleichzeitig alle notwendigen InfrastrukturMaßnahmen, wie Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten sowie Schulen, und die Möglichkeiten der Förderung regenerativer Energiequellen (Kollektoren, Holzhackschnitzelanlagen, Blockheizkraftwerke etc. und Zisternen) in die Überlegungen und Planungen mit einbezogen werden müssen. Hier wären entsprechende Programme in überschaubarem Rahmen neu oder wieder aufzulegen. Die Ressourcenbezogene Energieversorgung ist und bleibt ein aktuelles Thema.

Besonderes Augenmerk wird in Zukunft auf die Schliessung von sog. "Baulücken" innerorts zu legen sein. Hier gibt es noch erhebliches Potenzial. Dabei muss sich der Gemeinderat und die Verwaltung auch die Möglichkeit offen halten Flächen in der Innenstadt aufzukaufen.

Dabei sollen Bauherren und Investoren von der Stadt/ Verwaltung unterstütz werden, damit ABRISS, RENOVIERUNG, UMBAU oder NEUBAU im alten Bestand (in meist schwierigen Angrenzer- Verhältnissen) leichter möglich werden.

Mit der zwischenzeitlich praktizierten Vergabe von Bauplätzen auch an Auswärtige haben wir den richtigen Schritt getan. Auch sollten wir darüber nachdenken wie wir Familien mit Kindern in Laichingen halten und ansiedeln können. Hier wären verschiedene Formen der Förderung (Kinderbonus, Familienabschlag etc.) denkbar.

Es ist unser erklärtes Ziel neben den familienfreundlichen Indikatoren, wie Kindergärten, Schulen, Bauplätze auch dafür Sorge zu tragen, dass wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten bestehen und die kulturelle Vielfalt erhalten bleiben und nach Möglichkeit ausgebaut werden.

Im Hinblick auf die Gewinnung und Ausweisung von Bauland sind daher auch alle Möglichkeiten auszuloten, die für eine Bauland-Erschliessung in Betracht kommen.

7. Strassenunterhaltung im Stadtgebiet

Im Jahr 2007 wurde unter auf Initiative der LAB-Fraktion ein Strassensanierungskonzept, und ein Prioritätenprogramm für die Erneuerung und Erhaltung des Strassennetzes der Stadt Laichingen aufgestellt. Dieses Strassensanierungskonzept wurde vom Amt für Bau und Stadtentwicklung der Stadt Laichingen, unter der Federführung von Amtsleiter Herrn Günter Hascher erarbeitet und am 18.06.2007 vom Gemeinderat als "Richtschnur" verabschiedet.

Das große Strassennetz, das vergleichsweise hohe Verkehrsaufkommen und der zum Teil ungenügende Strassenaufbau haben dazu geführt, dass die Stadt Laichingen die Aufwendungen für die Strassenunterhaltung in den vergangenen 16 Jahren (2001 - 2017) in Höhe von über EUR 8 Mio tätigen musste.

Das vorliegende Strassensanierungskonzept wurde aufgestellt, um die voraussichtlich notwendig werdenden Maßnahmen für die erstmalige Herstellung, die Erneuerung und die Instandsetzung des Strassennetzes in der Kernstadt in den nächsten 20 Jahren mit den erforderlichen Finanzmitteln darstellen zu können.

Aus dem Konzept ergibt sich, dass die Stadt ihre Anstrengungen in den nächsten 5 Jahren auch in der Kernstadt erhöhen muss, um die Substanz langfristig erhalten zu können. Das Strassensanierungskonzept stellt in diesem Zusammenhang eine Entscheidungshilfe bei der Aufstellung der zukünftigen Haushaltspläne dar. Wichtig ist uns natürlich, dass auch die durch Laichingen führenden Landesstrassen dabei nicht zu kurz kommen und ebenfalls gerichtet werden.

8. Sport und Kultur

Die Mitglieder der LAB werden sich auch weiterhin mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für die Förderung des Breitensports und der kulturellen Vielfalt in unserer Stadt einsetzen und somit auch für die Förderung der vielen ehrenamtlich geführten Vereine, die das Sport- und das Kulturangebot vorhalten und deren Ausübung erst ermöglichen, unterstützen.

In diesem Zusammenhang sei auf die überaus wertvolle und nicht wegzudenkende Jugendarbeit der Vereine hingewiesen, der ein hoher Stellenwert im Rahmen der "Sozialarbeit" im Allgemeinen zukommt.

Hierher gehört auch die bewusste Entscheidung, das Lehrschwimmbecken in Laichingen wieder auf Vordermann zu bringen, so dass dort der Schwimmbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Da unser weiteres mittelfristiges Ziel - den Bau der Mehrzweckhalle in Laichingen - davon abhängt, wie sich die Finanzsituation der Stadt Laichingen entwickelt, wäre es unser Anliegen für diese notwendige Maßnahme ein "Sparbuch" anzulegen, um in naher Zukunft an die Umsetzung dieses Vorhabens gehen zu können. Die Mitglieder der LAB-Fraktion sehen nicht nur die Umsetzung der sog. "Pflichtaufgaben" in einer Stadt als notwendig an, sondern auch sog. freiwillige Aufgaben sollte sich eine Stadt wie Laichingen durchaus als "Pflichtaufgabe" auf ihre Fahne schreiben. Kultur sollte in einer Stadt wie Laichingen - wenn nicht ebenbürtig - so doch ausreichend zur Geltung kommen. Da in allen vorhandenen "Hallen" bei weitem die Sportnutzung Priorität geniesst, stehen wir nach wie vor für den zeitnahen Bau einer Kulturhalle mit Sportnutzung. In diesem Zusammenhang kann dann die Daniel-Schwenkmezger-Halle nach und nach zur reinen Sporthalle mit "Aula-Charakter" optimiert und umgenutzt werden.

9. Tourismus, Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung (Mittelzentrum Laichingen/Blaubeuren)

Neben den sportlichen und kulturellen Aufgaben einer Stadt muss auch der zukunftsträchtigen Tourismusbranche ausreichend Spielraum gewährt und folglich auch entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Tourismus, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung sind vor dem Hintergrund des Mittelzentrums Laichingen/Blaubeuren zu sehen. Sämtliche Maßnahmen sollten unter dem Aspekt der "Wertschöpfung vor Ort" geprüft, geplant und umgesetzt werden.

Dem Besucher der Tiefenhöhle und des Kletterwaldes sollte z. Bsp. mitgeteilt werden, dass es in Laichingen Fabrikverkäufe für Schuhe (Feldstetten) oder für Textilwaren u.ä. gibt. Auch muss dem Besucher der Tiefenhöhle mitgeteilt werden wo er zu Mittag essen kann.

Im Mittelpunkt unserer Überlegungen für die Stärkung des Tourismus in unserer Stadt und auf der Laichinger Alb, steht daher die Notwendigkeit der Erarbeitung eines Touristischen Entwicklungskonzeptes für den Bereich des Mittelzentrums. Auch die Stadt Laichingen ist unserer Ansicht nach durchaus in der Lage mit den "Pfunden" zu wuchern, die die Stadt auszeichnen. Ein erster Schritt haben wir aufgrund des Antrages der LAB im Haushalt 2011 durch die Erhöhung des Tourismus-Etats getan. Dies reicht jedoch bei weitem nicht aus.

Unser Ziel muss sein, dass ggfls. die Stadt Laichingen bei der nächsten Chance z.B. auch als Mitglied ins Biosphärengebiet aufgenommen wird.

10. Stadtentwicklung (Östlich Radstrasse)

Unser Ziel ist es auch nach wie vor die Realisierung eines städtebaulichen Gesamtkonzepts für das Gebiet "Östlich Radstrasse", das unter Einbeziehung der im Eigentum der Stadt stehenden Flächen ein attraktives Gesamtbild mit Platzgestaltung und öffentlichen Flächen ergibt.

Hierher gehört auch die Überlegung die Stadtbücherei zu erweitern bzw. neu zu konzipieren (neuer Baukörper), ein Touristik-Büro, Stadtinformation, Bürgerbüro s.o. und die Schaffung einer Parkierungsmöglichkeit, sei es als Tiefgarage oder als Parkierungsgebäude, sowie evtl. die Überlegung Generationenübergreifende Wohnflächen und Einrichtungen zu schaffen. 

Mit dem Neubau des Büro- und Wohngebäudes anstelle des früheren Hotels Rad, ist in diesem Bereich ein sehr guter Anfang gemacht worden. Der von der Bruderhausdiakonie derzeit erstellte Gebäudekomplex ist zwar grundsätzlich zu befürworten, jedoch mangelt es diesem Bau natürlich an den notwendigen Tiefgaragenstellplätzen. Die Mitglieder der LAB-Fraktion sind enttäuscht darüber, dass weder die Stadtverwaltung noch der Gemeinderat auf die notwendige Schaffung der Tiefgaragenstellplätze durch die Bruderhausdiakonie bestanden haben.

Hierher gehört auch die Schaffung eines zentralen Omnibusbahnhofes, der den Anforderungen an eine moderne Bushaltestelle auch genügen muss.

11. Jugendarbeit

Die Mitglieder der LAB-Fraktion unterstützen ausdrücklich den "Laichinger Weg" in der Schulsozialarbeit. Auch sehen wir den Bedarf für eine offene Jugendarbeit, welche diejenigen Jugendlichen anspricht, die nicht von der hervorragenden Jugendarbeit der Vereine oder anderer Einrichtungen profitieren können oder wollen, als dringend notwendig an. Vor diesem Hintergrund haben wir die Gründung des Jugenhauses 2.0 iniziiert. 11 Jugendliche haben sich in dieser Interessengemeinschaft zusammengeschlossen und planen nun fleissig an der Umsetzung ihrer Ideen.

Besonders freut es die LAB-Fraktionsmitglieder, dass es zwischenzeitlich gelungen ist einen "Jugendbeirat" zu installieren und damit auch der gesetzlichen Vorgaben der Baden Württembergischen Gemeindeordnung Rechnung trägt. Hierfür gilt unser Dank der Stadtverwaltung, insbesondere Frau Andrea Moll-Hascher, die mit ihrem Engagement diese kommunalpolitische Neuerung in unserer Stadt hervorragend betreut.

12. Gesundheit/Soziales (ärztliche Versorgung im ländlichen Raum)

Mit der Neukonzeption des Alb-Donau-Kreises im Bereich Gesundheit (Gesundheitszentren und Zentren für Medizin Pflege und Soziales) sowie der zwischenzeitlich erfolgten Umstrukturierung des Pflegezentrums Laichinger Alb gGmbH in ein Zentrum für Medizin Pflege und Soziales haben wir für den Standort Laichingen eine hervorragende Ausgangsposition, um die künftigen Entwicklungen auf dem Gesundheitssektor mitgestalten zu können. Dabei kommt auch dem Ortskrankenpflegeverein Laichinger Alb e.V. entscheidende Bedeutung zu. Mit dem OKV-Mobil, der Schuldnerberatung vor Ort, den Diakonischen Zeiten sowie der Einführung von "Diakonie-Zuhause" wurden bereits Eckpfeiler auf dem Weg zur "sozialen Stadt Laichingen" aufgebaut. Dies gilt es weiter zu verstärken. Hierher gehört auch der sog. "Windelzuschuss" (Vergünstigungen für Familien mit Kleinkindern oder pflegebedürftigen Angehörigen), die Unterstützung des Tafelladens, die Bezuschussung des innerörtlichen Stadtverkehrs, die einkommensabhängige Kindergartengebühr, etc.

13. Teilorte

Mit den Teilorten Machtolsheim, Suppingen und Feldstetten und den dort gewählten und handelnden Akteuren (Ortsvorsteher(in) und Ortschaftsräten) verbindet die Kernstadt und der Gemeinderat traditionell ein sehr gutes Verhältnis. Mit den nunmehr geplanten Maßnahmen in Feldstetten (Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus, verkehrsberuhigende Maßnahmen an der B 28) wird ein weiterer Beitrag für die moderne Dorfentwicklung geleistet. Alle drei Teilorte verfügen über ausreichende Hallenkapazitäten und Bauplatzangebote für private und gewerbliche Bauvorhaben. Die Erhaltung der gut funktionierenden Strukturen des dörflichen Lebens und die Förderung und Erhaltung der Infrastruktur (Kinderbetreuung, Schule, Einkaufsmöglichkeiten, ärztliche Versorgung etc.) in den einzelnen Teilorten werden wir weiterhin voll und ganz unterstützten.

14. Stadtverwaltung

Mit den sich verändernden gesellschaftlichen Anforderungen an eine attraktive Kommune müssen sich auch die Verwaltungsstrukturen einer Kleinstadt wie Laichingen an diesen Veränderungen orientieren. Hierher gehört auch die Weiterentwicklung einer modernen Stadtverwaltung. Dies bedeutet aber auch, dass die Personalsituation auch an die veränderten "Koordinaten" angepasst wird und ggfls. auch erhöht wird.

15. Region "Laichinger Alb"
Neue Formen der Interkommunalen Zusammenarbeit

a) Interkommunale Zusammenarbeit

Als Hauptort der Laichinger Alb nimmt die Stadt Laichingen eine besondere Position in der Region des Verwaltungsverbandes Laichinger Alb und sogar darüber hinaus ein. Auch für Gemeinden aus benachbarten Kreisen (Hohenstadt, Kreis Göppingen, Römerstein, Kreis Reutlingen) übt Laichingen als zentraler Ort auf der Alb eine wichtige Angebots- und Versorgungsfunktion aus.

Bereits unter der früheren Landesregierung wurde die politische Notwendigkeit einer "interkommunalen Zusammenarbeit" gesehen und entsprechende Überlegungen, wie eine solche gemeindeübergreifende Zusammenarbeit aussehen könnte, angeregt und unterstützt. Neben den traditionellen Themen wie - Interkommunales Industrie- und Gewerbegebiet, Verwaltungsverbände etc. - sollten auch neue Ideen der Zusammenarbeit wie z.B. gemeinsame Kläranlage, gemeinsame Bauhöfe, gemeinsame schulische Einrichtungen etc angegangen werden. Neue Ideen wie z.B. regionale Sport,- Jugend- und Kulturangebote sind nur einzelne Bereiche in denen eine Zusammenarbeit der Laichinger-Alb-Gemeinden denkbar wäre. Auch die Anbindung dieser Gemeinden an das Mittelzentrum Laichingen/Blaubeuren über den öffentlichen Personennahverkehr bleibt ein ständiges Thema.

b) Zweckverbände (Verwaltungsverband Laichinger Alb, Albwassergruppe II, Volkshochschule, Musikschule)

Mit dem Bau der ICE-Eisenbahnstrecke Stuttgart -Ulm und der Untertunnelung des Albaufstieges ist die Albwassergruppe II (Laichingen, Merklingen, Nellingen, Westerheim, Hohenstadt, Müllhausen, Drackenstein) unmittelbar betroffen. Das Quelleneinzugsgebiet unserer Wasserversorgung (Todtsburgquellen) wird durch den Bau der Tunnel tangiert, mit der Folge, dass aller Voraussicht nach die Förderung des Wassers von unseren eigenen Quellen während der Bauphase nicht möglich sein wird. Um dennoch die Wasserversorgungssicherheit aufrecht zu erhalten und möglichen Schaden von der Albwassergruppe II fernzuhalten, bedarf es einer ständigen Überwachung und Begleitung dieser BauMaßnahmen und umfangreicher Verhandlungen mit der Bahn. Die Führung der Albwassergruppe hat hier eine sehr sensible und verantwortungsvolle Aufgabe zu bewältigen und bedarf daher einer harmonischen und effektiven Zusammenarbeit der beteiligen Gemeinden.

Der Verwaltungsverband Laichinger Alb hat nach wie vor die Aufgabe, die Koordination bei der Aufstellung der Flächennutzungspläne zu gewährleisten.

Mit der Gründung des Zweckverbandes Schwäbische Alb wurde der Notwendigkeit des engeren Zusammenschlusses der Gemeinden der "Laichinger Alb" Rechnung getragen.

Was die Arbeit in der Volkshochschule Blaubeuren/Laichingen/Schelklingen und in der Musikschule Blaubeuren/Laichingen/Schelklingen anbelangt, so werden diese Einrichtungen zusehends wertvoller, da in diesen Institutionen neben der musischen Ausbildung unserer Kinder auch die Erwachsenenbildung eine große Rolle spielt. Gerade solche Einrichtungen gewinnen in der sich demographisch verändernden Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Dies gilt nicht nur für die Aus-, Fort- und Weiterbildung, sondern auch für die Freizeitgestaltung einer zunehmenden Bevölkerungsschicht im sog. 3. Lebensabschnitt.

Resumeé

Die Herausforderungen, die sich für die Stadt Laichingen zukünftig stellen, sind nach unserem Dafürhalten im Rahmen eines von allen gesellschaftlichen Gruppen zu tragenden Konzeptes anzugehen. Hierbei sind für die Mitglieder der LAB zwei Prinzipien massgebend, welche sich am besten in den nachfolgend näher beschriebenen Maximen festhalten lassen:

Mir gefällt es in Laichingen !

Ich komme gern nach Laichingen!

LAB-Fraktion, Laichingen im Mai 2019
Bernhard Schweizer Thilo Möller
Heidemarie Burkhardt Tobias Erz
Alexander Stuhlinger Kurt Pöhler
Thomas Häberle